Haben Sie schon einmal von einem „Führerschein fürs Leben“ gehört? Leben soll man einfach können, nicht wahr? So wie eine glückliche Beziehung führen und Kinder erziehen. Für alles andere im Leben braucht man hingegen eine Fachausbildung und ein Training. Macht irgendwie nicht viel Sinn, oder?
Verhaltenstherapie hilft: Sie ist Hilfe zur Selbsthilfe. Aber wodurch hilft eine Therapie wirklich? An was misst man den Erfolg einer Verhaltenstherapie? Eine über zehnjährige Studie ergab: Wenn
• Sie sich durch die Behandlung erklären können, was zu Ihren Beschwerden geführt hat,
• sie Ihnen aktiv hilft, Lösungen zu entwickeln,
• Sie dadurch lernen, positiv mit Ihren Mitmenschen umzugehen, und
• sie Ihnen hilft, traumatische Erfahrungen zu überwinden, dann hatte eine Therapie Erfolg!
Wieso ist aber „die Verhaltenstherapie“ so berühmt geworden? Weil sie am effektivsten hilft, indem sie all diese Kriterien erfüllt. Insbesondere wenn sie mit einem Imaginationstraining verbunden wird.
Verhaltenstherapie basiert auf ungünstigen Denk- und Verhaltensmustern, die wir meist schon in den ersten Jahren unserer Kindheit erlernt haben, und die es jetzt gilt umzutrainieren. Wenn Ihre Eltern hauptsächlich fordernd statt fördernd mit Ihnen umgegangen sind, haben Sie negativ gelernt, dass nur Leistung im Leben zählt. Und dass Sie dennoch nie gut genug sind, um geliebt zu werden. Wenn sie Sie eher verwöhnt haben, anstatt ihre Eigeninitiative zu unterstützen, lernten Sie, dass man scheinbar nichts tun braucht, und dennoch fliegen einem die gebratenen Tauben in den Mund. Wie Sie erkennen, ist keins von beidem im Übermaß sinnvoll. Doch glücklicherweise kann jedes ungünstig erlernte Denk- oder Verhaltensmuster umgeübt werden!
Leben heißt lernen! Wichtig ist aber: Nicht was wir denken ist wichtig, sondern wie wir denken. Denn das steuert unser Verhalten und damit unsere Gefühle.
Was konkret können wir also lernen (beeinflussen)?
Mental: unter anderem unsere Art zu denken, unsere Einstellung und Sichtweise gegenüber Menschen und Ereignissen.
Unser Verhalten: uns angemessen behaupten, „Nein“ und „Stopp“ sagen, um Hilfe bitten.
Und wissen Sie, wann wir uns wirklich glücklich fühlen? Wenn wir etwas lernen, das besser ist als erwartet. Denn dann lernen wir am meisten. Und genau dazu können Sie die Verhaltenstherapie optimal nutzen.
(Fachartikel „Was verstehen wir unter Verhaltenstherapie“, Verhaltenstherapie in München, Dr. Heraldo Haberl, Januar 2010)Weiterlesen