Unter Angststörungen versteht man die Angst, die unbegründet ist. Angst ist zunächst eine positive Reaktion unseres Körpers, die uns vor Gefahren schützt. Bei einer Angststörung gerät die Angst außer Kontrolle. Betroffene meiden zunehmend Situationen, die zum Alltag gehören und die sie zuvor erleben konnten, ohne überhaupt darüber nachgedacht zu haben.
Zu den Klassifizierungen der Angststörung zählt man einzelne Phobien (Flugangst, Höhenangst, Tierangst), die Agoraphobie (z.B. Angst vor Menschenmengen), die Panikstörung (Episoden intensivster Angst), ebenso wie die Generalisierte Angststörung (anhaltende Ängste und Besorgtheit über verschiedene Bereiche des alltäglichen Lebens).
Bei einer potentiellen Gefahr aktiviert unser Mandelkern die biologische Stressreaktion, durch die das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet wird. Gleichzeitig wird das Herz-Kreislauf-System alarmiert. Unser Körper ist jetzt bereit für Flucht oder Kampf und arbeitet auf „Hochtouren“. Während einer Angststörung stuft das limbische System (der Teil des Gehirns, der unter anderem Emotionen steuert) die Angst wesentlich höher ein als tatsächlich angemessen. Die Angst manifestiert sich und überträgt sich von einer Situation auf zig neue.
Angststörung - Ursachen
Ursachen für die Angststörung können unterschiedlich sein. Zu ihnen zählen
einschneidende Angst-Erlebnisse
andauernde, oft unterschwellige Stress-Belastung
genetische Veranlagung
ungünstig erlernte, ängstliche Verhaltensmuster
Veränderungen im vegetativen Nervensystem
Ungleichgewicht der Neurotransmitter im Gehirn
Stoffwechselstörungen (Überfunktion der Schilddrüse)
Bewusstseinsstörungen wie beispielsweise „das Gefühl, verrückt zu werden“, „das Gefühl, dass Dinge unwirklich sind“ oder „die Angst zu sterben“
Angststörung - Hilfe bei Angst und Selbsthilfe
Angst ist besiegbar! Und das Positivste hieran ist: Besiegen Sie eine Angst, überträgt sich das Muster in Ihrem Gehirn und Sie haben gleichzeitig drei weitere Ängste bewältigt.
Bei einer starken Angststörung zeigt eine Verhaltenstherapie Betroffenen neue Wege. Unter extrem belastenden Umständen können kurzzeitig angstlösende Medikamente verschrieben werden.
Der überwiegende Teil der Angststörung ist jedoch mit Entspannungsübungen und einem gezielten Anti-Angst-Training zu überwinden. Neu auf dem Markt ist jetzt eine CD, die individuell zusammengestellt und für die persönliche Angst eines Betroffenen maßgeschneidert wird. Die CD unterstützt Panikattacken „auszuhalten“ und durch Selbsthilfe Angst zu besiegen.
Flucht ist keine Lösung, sondern die Konfrontation!