Ein Burnout kommt auf leisen Sohlen. Erste Warnsignale des Körpers, oder Veränderungen in der Persönlichkeit eines Betroffenen, werden meist ignoriert. Zu schwach ausgeprägt sind die ersten Symptome, zu wenig weiß man im Detail über das „Burnout“, als dass man sich selbst als gefährdet sieht. Chronische Müdigkeit und Gereiztheit werden lapidar als vorübergehender Stress abgetan. Man arbeitet weiter, konzentriert sich noch mehr als zuvor auf seine Tätigkeiten im Job und vernachlässigt Stück für Stück sein soziales Umfeld und seine eigenen Interessen. Irgendwann ist der Akku dann einfach leer und plötzlich geht gar nichts mehr. Der Körper streikt und alles, was einen zuvor begeisterte, interessiert den Burnout-Betroffenen nicht mehr. Der Sinn im Leben fehlt. Doch woran erkennt man, dass man den Weg in die Sackgasse „Burnout“ längst betreten hat?
Burnout-Symptome – Der Weg ins Burnout
Von Burnout spricht man vorwiegend im Zusammenhang mit dem Job. Bei einem Burnout-Gefährdeten wird der Beruf zum Lebensinhalt. Vielleicht kennen Sie ein paar der folgenden Situationen? Sie starten meist enthusiastisch in eine neue berufliche Tätigkeit. Ihre Ziele sind hoch gesteckt. Sie sind ehrgeizig und perfektionistisch. Eine Vielzahl an Überstünden zählt zu ihrem beruflichen Werdegang. Ein „Nein“ kennen Sie nicht. Der Chef kommt kurz vor Feierabend mit neuen Aufgaben? Kein Problem, dann wird eben einmal wieder eine Nachtschicht im Büro eingelegt. Ihre Mitarbeiter machen nicht alles perfekt? Sie „steuern“ nach, Sie kontrollieren, Sie helfen, Sie unterstützen, Sie sind unersetzlich (bzw. Sie fühlen sich unersetzlich) und mit der Zeit ruhen sich Ihre Kollegen auf Ihrem Enthusiasmus aus. Sie machen weiter.
Burnout-Symptome wie chronische Müdigkeit oder Kopfschmerzen werden betäubt. Gegen erstes Symptom hilft der Kaffee, gegen zweites Burnout-Symptom helfen Schmerztabletten. Kommen Rückenschmerzen zu den körperlichen Beschwerden hinzu, schieben Sie diese auf das viele Sitzen im Büro. Sie fangen langsam an sich zu verändern. Gegenüber Ihrem Partner oder Ihren Kollegen reagieren Sie gereizt. Ihr beruflicher Druck ist groß, Ihre private Zeit ist knapp. Apropos Zeit: Für Interessen außerhalb Ihres Jobs fehlt Ihnen die Muße. Dass Sie mit Freunden den ersten lauen Sommerabend gemeinsam genossen haben, das ist lange her. Dass Sie in Ruhe ein Buch gelesen haben, oder zweimal die Woche ins Training gegangen sind, auch das ist lange her. Der Job dominiert Ihren privaten Alltag und diesen gibt es eigentlich nicht mehr. Hinzu kommt heute häufig noch die schlechte Lage auf dem Arbeitsmarkt. Die Anforderungen an jeden Mitarbeiter sind heute hoch und Ihnen sitzt die Angst im Nacken, dass wenn Sie nicht alles tun, Sie möglicherweise ersetzt werden.
Und dann, auf einmal, ist alles anders: Die Burnout-Symptome, wie Erschöpfung und Müdigkeit, breiten sich aus. Sie schlafen schlecht. Die Konzentration nimmt ab. Gegenüber Ihrem Job zeigen Sie plötzlich Desinteresse. Vom Partner, Freunden und Kollegen fühlen Sie sich missverstanden. Sie ziehen sich zurück. Sie probieren es mit zwei Wochen Urlaub, aber auch im Anschluss fühlen Sie sich nicht erholt. Zu den klassischen Burnout-Symptomen zählt ebenso die Tendenz zur Sucht: Sie kompensieren Ihre innere Leere mit exzessiven Shopping-Touren oder einem zu viel an Alkohol, Ihr Zigarettenkonsum steigt. Irgendwann hilft dann alles nichts mehr. Sie zweifeln an sich, Ihrem Job, am Leben. Sie sind am Burnout erkrankt.
Ein Burnout kann Wochen bis hin zu Jahren andauern. ABER ein Burnout ist heilbar!
Nicht jedes Symptom ist ein Burnout-Symptom
Wenn Sie nur ein oder zwei der unten aufgeführten Burnout-Symptome aufweisen, bedeutet das noch nicht, dass Sie an einem Burnout leiden!
Jeder hat Phasen im Leben, in denen er sich vorwiegend auf den Job konzentriert. Insbesondere Berufsanfänger oder Personen, die gerade eine neue Stelle gefunden und begonnen haben, konzentrieren sich in der Anfangszeit verstärkt auf den Beruf und bringen sich in diesen mit viel Engagement ein. Diese Phase sollte sich jedoch nach ca. sechs Monaten so eingespielt haben, dass Sie wieder einen gesunden Ausgleich zwischen privaten Interessen und Beruf finden! Sofern Sie mit Ihrem Job zufrieden sind, das Gefühl haben, den beruflichen Aufgaben gewachsen zu sein, Sie am Wochenende abschalten können und Sie sich dann auf Ihre Familie, Freunde und Ihre Hobbies freuen, ist ein Burnout weit entfernt!
Burnout-Symptome im Überblick:
Der Beruf wird zum Mittelpunkt des Lebens
Sie fühlen sich unentbehrlich
Sie sind ehrgeizig und perfektionistisch
Sie entwerten Kollegen in ihrer Arbeitsqualität
Sie fühlen sich für alles und jeden verantwortlich
Sie kontrollieren
Sie helfen (übermäßig)
Das Wort „Nein“ gibt es in Ihrem Wortschatz nicht
Sie machen viele Überstunden
Sie verzichten freiwillig auf Erholungsphasen (Keine Mittagspause, lange Arbeitstage, teilweise Verzicht auf das Wochenende)
„Krank sein“ gibt es für Sie nicht
Ihre eigenen Bedürfnisse missachten Sie
Ihre Hobbies vernachlässigen Sie (Keine Zeit!)
Vor dem Partner, Freunden und Kollegen ziehen Sie sich zurück
Erschöpfung und Müdigkeit nehmen zu
Körperliche Beschwerden nehmen zu (Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Verdauungsstörungen oder Tinnitus)
Suchtverhalten nimmt zu (Exzessive Shopping-Touren, Alkohol, Nikotin, Tabletten)
Ihre Konzentration nimmt ab
Sie schlafen schlecht
Sie reagieren überwiegend gereizt
Sie zweifeln an sich selbst
Desinteresse gegenüber allem (auch gegenüber Ihrem Job) macht sich breit
Depression
Verlauf eines Burnout - Das Ende ist die Depression