Stress ist eigentlich eine gesunde Alarmreaktion des Organismus, durch die Menschen wie Tiere blitzartig zum kämpfen oder fliehen vorbereitet werden, und die dazu dient, uns an gegebene Umstände anzupassen. Das gleiche Anpassungssystem wird aktiviert, wenn wir uns Herausforderungen stellen oder Höchstleistungen erreichen.
Das Stress-System besteht aus zwei Teilen:
dem Stress-Zentrum im Gehirn - dem so genannten Mandelkern
und den beiden Teilen des autonomen Nervensystems - dem einen anregenden, dem anderen dämpfenden Teil.
Solange wir uns Herausforderungen gewachsen fühlen und unsere Handlungen zielgerichtet und effektiv steuern, erleben wir Stress als positiv.
Erst wenn Stress zum Dauerstress wird, oder das Gefühl entsteht, Aufgaben nicht mehr kontrollieren zu können, dann beginnt das Nervensystem zu leiden! Im "Arbeitsspeicher" des Gehirns werden jetzt zunehmend Zellen zerstört, die unter Druck zu viel schaffen müssen. Dadurch können wir uns schlechter konzentrieren, weniger merken, weniger leicht Entscheidungen treffen.
Aber: Wir sind Stress nicht hilflos ausgeliefert! Zerstörte Zellen können durch neue "Babynervenzellen" ersetzt werden. Diese wachsen aber erst dann, wenn der Stress-Hormonpegel im Blut sinkt. Und das geschieht nur in dem Maße, wie es uns gelingt, umzudenken und zielgerichtet zu handeln.
Wie wir ein Umdenken und ein zielgerichtetes Handeln lernen.